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Sommer in Annen-/Matthäus


15. Juni 2022

„Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem Herrn, denn er kommt, um die Erde
zu richten.“. So lautet der Monatsspruch des Monats August aus dem ersten Buch der
Chronik Kapitel 16 Vers 33.

Er gehört zur Rubrik der Geschichtsbücher, wird dem König David zugeschrieben
und ist im Rahmen seines ersten öffentlichen Dankliedes verfasst worden. Dort
werden die Zuhörer ähnlich einer Überschrift aufgefordert: „Danket dem Herrn,
predigt seinen Namen, tut kund unter den Völkern sein Tun!“

Wohl wahr, dem Schöpfer verdanken wir unsere Erde und dass es solche gewaltig
großen Bäume gibt wie auf dem Titelfoto zu sehen. In der Stadt werden derlei
Exemplare unter Naturschutz gestellt, was am Naturschutzsymbol zu erkennen ist.
Schutzbedürftig sind sie eingestuft, weil Baumsterben und Rodungen am Ende unser
aller Leben gefährden. Lange Zeit braucht ein Baum, bis er solche Maße erreicht.
Generationen von Menschen profitieren von einem solchen Baum und machen ihn
wertvoll nicht nur für Liedersänger, die, von Rockmusik begleitet, deren Schönheit
besingen: Alt wie ein Baum möchte ich werden…

Jedes Jahr vergrößert sich der Durchmesser um einen weiteren Wachstumsring und
dokumentiert, ob es ein wasserreiches oder trockenes Jahr war. In die Rinde sind
außerdem wie eingemeißelt die Spuren derer, die darin Wohnung nahmen. Wir sehen
es am Spechtloch und wissen, so manches Vogelnest wurde hier oder hoch im Wipfel
zur Kinderstube der Vögel. Auch die Pfade der Ameisen, die Spuren der Borkenkäfer
und Abdrücke der Rankepflanzen, die ihre Wurzeln haftstark in die Rinde trieben, sind
abzulesen. Hinzu kommen die Schnitte der Sägen und Ritzemesser. All das kann ihm
schon ganz schön zusetzen, ja zur Gefahr werden für ihn und letztlich für uns.

Ein Baum erzählt von einem Leben in Hingabe. Generationen von Menschen und
Tieren versorgt er mit Sauerstoff, seine Blätter spenden Schatten, seine Blüten und
Früchte ernähren sie. Am Ende wird sein Holz verarbeitet. Es dient zum Bau von
Schiffen, Häusern, Brücken und vielem anderen. Mit einem Holzlöffel rührt so
mancher Koch seine Suppe und so mancher Wanderer ruhte sich auf dem
Baumstumpf sitzend gerne aus…

Ein Leben voller Hingabe ist der Lebenssinn des Baumes. Die Natur wird uns damit
zum Lehrmeister, was erfülltes Leben in großer Vielfalt für andere sein kann.

Perfekt wird es, wenn dies gesehen, wertgeschätzt, behütet, bewahrt und von
möglichst vielen Generationen in Ehren gehalten wird als Fingerzeig auf Gott den
Schöpfer. Dann haben die Bäume Grund zum Jubeln. So sollte es nach Gottes Willen
sein.

Was wird am Ende sein, wenn Bilanz zu ziehen ist ? Wird gelungenes Leben
miteinander gelingen oder werden sie nicht mehr sein und in dieser Weise erlöst von
unserem egozentrischen Handeln das uns Menschen wie den jahrhundertealten
Bäumen, ja am Ende der gesamten Erde widerfährt?

Leben als Hingabe verstehen, das ist wie ein Wegweiser in alten und in diesen Tagen!

Herzlich grüßt Sie Ihre Pfarrerin Mechthild Hinz

Ein grüner Baum im Sommer
Ein grüner Baum im Sommer