Matthäuskirche

Die Matthäuskirche ist eine evangelisch-lutherische Pfarrkirche in der Dresdner Friedrichstadt. Die im 18. Jahrhundert entstandene Barockkirche wurde 1945 schwer beschädigt und in der Nachkriegszeit wiederaufgebaut. Als Baudenkmal ist sie in die Denkmalliste der Stadt Dresden eingetragen.

In der Matthäuskirche befindet sich das Gemeindezentrum der Annen-Matthäus-Gemeinde inklusive Pfarramt und Friedhofsverwaltung.

Innenraum

Innenraum

Das Kirchenschiff wurde nahezu quadratisch gestaltet mit mittigem Podest aus Sandstein samt metallenem Altartisch, Kreuz, Stele, Taufbecken, Lesepult und Leuchter. Die Komposition des Ganzen stammt vom Bildhauer Werner Juza.

Das Kreuz auf dem Altar umschließt einen roten Stein, der als Blutstropfen den Opfertod Christi symbolisiert.

Die Stele stellt den leidenden Christus dar und trägt die Aufschrift: „Gott hat seines Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle dahingegeben.“ Röm 8,32.

Altarbereich seit 1978

Orgel

Die Orgel der Friedrichstädter Matthäuskirche wurde 2010 von der Orgelbaufirma Wünning in Großolbersdorf gebaut und am Ostersonntag 2011 geweiht. Ihr Gehäuse ist schlicht gestaltet und fügt sich mit den Prospektpfeifen gut in den Kirchenraum ein.

Das Instrument ist aus hochwertigen und langlebigen Materialien gefertigt, die erstklassig verarbeitet wurden. Die neun klingenden Stimmen stehen auf Wechselschleifen und lassen eine außergewöhnliche Fülle an Klangfarben entstehen. Die Windversorgung der Pfeifen mit einem Winddruck von 78 Millimeter Wassersäule erfolgt über ein elektrisches Gebläse, welches an einen Schimmerbalg angeschlossen ist. Die leichtlaufende und gleichmäßig regulierte Tontraktur sorgt für ein angenehmes Spielgefühl.

Zum Schutz vor Hochwasser wurde das Instrument auf einer Metallkonstruktion aus verzinktem Stahl errichtet. Beim letzten Elbehochwasser im Jahr 2013 konnte die Orgel mit vier Hubwagen angehoben und auf Klötzer gelagert werden.

Sandro Weigert/Mira Körlin

Glocken

Glocken der Matthäuskirche seit 1980

Das Geläut der Matthäuskirche besteht aus drei Glocken, die am 13. Juli 1980 geweiht wurden. Sie tragen die Inschrift:

„Siehe ich bin bei Euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ Matthäus 28,20

Geschichte

Die Matthäuskirche entstand im Zuge der zunehmenden Besiedlung der Friedrichstadt für die 1725 neu gebildete evangelische Gemeinde der Vorstadt. Der Grundstein für das Gotteshaus wurde am 28. Mai 1728 auf dem Grundstück des Inneren Matthäusfriedhofs gelegt. Die Pläne für den Kirchenneubau stammen vom Zwingerbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann. Wahrscheinlich waren auch Johann Georg Gebhardt und George Bähr am Bau beteiligt. Bereits 2 Jahre später, am 11. Juni 1730, erfolgte die Weihe der Kirche durch den Dresdner Superintendenten Valentin Ernst Löscher.

1768 wurde der ursprünglich aus der alten Dresdner Frauenkirche stammende Altar der Annenkirche in die Friedrichstädter Kirche versetzt. Bereits 1737 hatte die Kirche eine Orgel aus der Schlosskapelle erhalten.

Im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten im Jahre 1882 wurde der Innenraum der Kirche durch Christian Friedrich Arnold umgestaltet, wobei die ursprünglich barocke Raumfassung verlorenging. Ein Jahr später erhielt die Kirche offiziell ihren heutigen Namen Matthäuskirche.

Bei einer erneuten Renovierung 1928 erfolgte eine teilweise Rückführung in den ursprünglichen Zustand durch Walter Raum.

Bei den Luftangriffen auf Dresden wurde die Matthäuskirche 1945 schwer beschädigt und brannte vollständig aus. Dabei ging die komplette Ausstattung, darunter auch die Orgel und der wertvolle Altar verloren. Trotz Bemühungen der Kirchgemeinde konnten in der Nachkriegszeit lediglich einige Sicherungsarbeiten vorgenommen werden. Dabei erfolgte zunächst 1956 eine Renovierung der Pöppelmann-Gruft, Mitte der 1960er Jahre weitere Arbeiten an der Kirchenruine.

1974 begann der planmäßige Wiederaufbau unter Leitung des Architekten Christian Möller. Während das Äußere heute wieder weitgehend dem ursprünglichen Aussehen von 1730 entspricht, wurde der Innenraum durch Einziehen von Zwischenwänden und -decken komplett neu geordnet.  Er besteht seither aus zwei Teilen, dem verkleinerten Gottesdienstraum, der durch eine Faltschiebetür mit dem Saal verbunden ist, sowie weiteren Gemeinde- und Verwaltungsräumen. Eine kleine Treppe führt vom Kirchenraum in die Gruft mit dem steinernen Sarkophag des Baumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann.

Pfarrsprechzeiten in der Matthäuskirche

Jederzeit nach Vereinbarung

Telefon über Pfarramt: 0351/4961966

Wenn Sie unsere Räumlichkeiten für Konzerte oder Veranstaltungen anmieten möchten, wenden Sie sich bitte an unser Pfarramt.

Veranstaltungen in der Matthäuskirche